Lebenslauf

2 Zylinder Heissdampflokomotive 2 C1-h2t 629.65 (77.250)

  • Konzipiert als Personenzug Tenderdampflokomotive, für Personenzüge Drehscheiben-unabhängig.
  • Erbaut von der LOKOMOTIVFABRIK KRAUSS & COMP LINZ A/D mit der Kesselnummer 1430. Abgeliefert an die BBÖ am 7.4.1927.
  • Einsatzort nach der Ablieferung an die BBÖ 1927-38 In Graz als BBÖ 629.65 bezeichnet. Nach dem Anschluss Österreichs an das dritte Reich 1938-45 in Bruck a.d. Mur als *DRB 77 250 bezeichnet. Im April 1945 war die Lok als *DRB 77 250 in Klagenfurt.
  • Im Dezember 1945 waren in der Russischen Zone 40, in Westösterreich 34 Maschinen also 74 Stck. Von diesen Lokomotiven waren lediglich 48 in Betrieb. Für die schwerst Kriegsgeschädigte *DRB 77 250 in Bleiburg, wurde die Kassierung beantragt.
  • 1949 wurde die bereits ausgeschiedene und schwerbeschädigte 77 250 wieder repariert und in den Bestand aufgenommen.
  • Im Dezember 1949 kam die Lok 77 250 nach Graz.
  • Ab 1953 wurde die Lok als ÖBB 77.250 bezeichnet.
  • 1967 kam ÖBB 77.250 nach Wien-Ost. Am 22.5.1973 wurde die Dampflokomotive ÖBB 77.250 Kassiert und in der folge auf einem Schrottgleis in Strasshof an der Nordbahn abgestellt.
  • Dort aber wurde die Lok 77.250 von der Gemeinde Schaan anlässlich der 100 Jahr Feierlichkeiten Eisenbahn durch das Fürstentum Liechtenstein von 1872 bis 1972 um an den Ehemaligen Dampfbetrieb zu erinnern, als eine der letzten ihrer Art gekauft und somit vor dem Schneidbrenner gerettet. Nach einem Nummerntausch traf die Dampflokomotive 629.65 mit der falschen Nummer 77.244 angeschrieben im Juni 1974 in Schaan ein.
  • Von 1974-1999 stand die Lok als Denkmal beim Bahnübergang in der nähe des Bahnhofs Schaan-Vaduz.
  • Von 1999-2005 stand die Lok ohne Nummernbezeichnung beim Feuerwehr-Depot in Schaan. Durch einen Irrtum erhielt die Lok noch kurze Zeit die völlig falsche Nummernbezeichnung ÖBB 77.249. Ab sofort wird die Dampflokomotive mit der original Nummer BBÖ 629.65 oder mit ÖBB 77.250 bezeichnet.
  • Diese Lokreihe hat absolut keine historische Bedeutung für das Fürstentum Liechtenstein, da vor der Elektrifizierung, abgeschlossen 1926, der Bahnstrecke Feldkirch-Buchs SG offiziell keine dieser Baureihe zum Einsatz kam. Allerdings hatte Bregenz noch im Jahre 1938 6 Maschinen dieser Baureihe im Einsatz. Nämlich die: 629.31, 52, 58, 101, 105, 106, bei der *DRB als 77 216, 237, 243, 266, 270, 271 bezeichnet. Leider wurden diese Maschinen, alle ausser der 629.01 (629.101) (77.66) verschrottet. Diese Lokreihe 77 wurde auf den Damals noch nicht Elektrifizierten Streckenabschnitten Bregenz-St. Margrethen und Bregenz-Lindau eingesetzt. Auf dem Streckenabschnitt Feldkirch-Buchs kamen vor der Elektrifizierung z.B. folgende Dampflokomotiven zum Einsatz: Nr. 18 Vaduz (C-n2), 106.15 (2B-n2v), spätere Reihen z.B. 170.138 (ID-n2v). Als Bauzug-Dampflokomotiven kamen nachweisliche bei der Rheinnot 1927 noch die Reihe BBÖ 82,später ÖBB 95 (1E1-h2t) in Liechtenstein zum Einsatz. Es ist nicht bekannt, dass jemals eine Dampflokomotive der Reihe 77 (629) auf dem Streckenabschnitt Feldkirch-Buchs eingesetzt worden ist.
  • Die 629.01 (77.66) ist im Eisenbahnmuseum Strasshof als betriebsfähiges Exemplar zu bestaunen. Es handelt sich hier um die einzige noch erhaltene Lok der Reihe 77 die im äussersten Westen von Österreich eingesetzt wurde.
  • Als Baugleiche Dampflokomotiven der Reihe 77, die im äussersten Westen Österreichs gefahren sind, war 1974 nur noch die ÖBB 77.244 und die ÖBB 77.250 auf einem Schrottgleis vorhanden und zum verkauf freigegeben.
  • Die auch noch vorhandene 77.28 wurde bei der Zugförderungsleitung der ÖBB in Linz als Denkmal auf einen Sockel gestellt. Die 77.28 wurde später von der ÖGEG übernommen. Nach einer Kesseluntersuchung der 77.244 und der 77.250 wurde von dem Kesselinspektor festgestellt, das der Kessel der 77.244 in Wien-Ost abgestellt in einem wesentlich besseren zustand ist und zudem noch über den original Rundschlot verfügt. Auf grund dieser Tatsache entschlossen sich die verantwortlichen der ÖBB die Nummern der wohlgemerkt beiden Schrottlokomotiven zu tauschen um eventuell die 77.244 wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Kesseltausch kam damals nicht in frage, da dieses erhebliche Kosten verursacht hätte. Also wurden die Nummern vertauscht und die Kesseldokumente einbehalten. Nun war aus der 77.250 die 77.244 geworden. Hierbei ist auch noch zu sagen, das die in Wien verbliebene original 77.244 letzte mit Rundschlot von den ÖBB behalten werden wollte. Auch eine Aufstellung als Denkmal in Deutsch Wagram war geplant.

Die Schaaner Dampflokomotive BBÖ 629.65 (ÖBB 77.250) ist nie durch das Fürstentum Liechtenstein gefahren. Es handelt sich bei dieser Lok nur um ein an den vergangenen Dampfbetrieb auf Liechtensteinischem Gebiet, erinnerndes Denkmal.

 
Anhang
Bei der 77.66 (629.01) handelt es sich um die erste 629 überhaupt. Sie wurde in der Lokomotivfabrik der StEG mit der Fabriksnummer 3883/1913 erbaut und am 2. April 1913 abgenommen.
 

*Deutsche Reichsbahn

Peter Thöny

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